Tiertransport unter extremen Bedingungen
Meereswürmer, ein mehr als heikler
Transport. Sicher, bei Meereswürmern denkt man nicht gerade an
sensible Kreaturen, doch genau das sind sie. Das Team von G. K. Air
hatte einige Hürden z überwinden, bevor die drei kleinen Kisten mit
den 110 Würmern von Bonn kommend in Bergen, Norwegen angekommen
waren. Die wissenschaftlich hochinteressante Fracht ist das Ergebnis
jahrelanger Untersuchungen und durfte deshalb auf keinen Fall aus dem
üblichen Lebensrhythmus gebracht werden. Für das Team von G.K. Air
eine besondere Herausforderung. Die Temperatur durfte während des
gesamten Tiertransportes nur um zwei Grad schwanken. Die Temperatur,
bei der sich die Meereswürmer wohlfühlen liegt zwischen 14 und 16
Grad. Die Temperaturüberwachung war daher ein wesentlicher und
besonderes wichtiger Aspekt des Transportes nach Norwegen. Hinzu kam
die Simulation des Tages-und Nachtrhythmus. Die kleinen
Transportkisten mussten von morgens sechs Uhr bis abends 22 Uhr mit
Licht versorgt werden. Dazu musste ein Tageslicht hergestellt werden,
dass per Batterie betrieben wird.
Die Batterien durften nicht warm
werden, um die Temperatur nicht zu beeinträchtigen. „Dieser
Transport ist schon einmal für G.K. Air“, erklärte
Geschäftsführer Kay Wissenbach. „Solch empfindliche Tiere haben
wir noch nicht geflogen. Zwar müssen auch bei Säugetieren gewisse
Bedingungen eingehalten werden, aber diese engen Spielräume, das
hatten wir noch nie in der 43jährigen Geschichte von G.K. Air“, so
Wissenbach.
Borstenwürmer werden sie auch genannt.
Der lateinische Name ist Platynereis dumerilii. Zu Beginn ihres
Lebens haben sie eine Gestalt wie kleine Spielzeugbären. Angewachsen
auf drei Zentimeter sehen sie dann aus wie kleine Tausendfüßler.
Grundsätzlich sind die Würmer nur etwas fürs geschulte Auge, denn
sie leben in selbst gesponnen Röhren und sind deshalb kaum
auszumachen.
Für die Wissenschaft sind die
unscheinbaren Würmer deshalb bedeutsam, weil sich an ihnen die die
Frage beleuchten lässt, wie hat sich das Leben entwickelt. Das Leben
ist im Meer entstanden und deshalb können nur marine Lebewesen
darüber Aufschlüsse geben.
Für das Team von G.K. Air ein Beitrag
zum Tiertransport, aber auch zu Grundlegenden Fragen über die
Entstehung des Lebens auf diesem Planeten.
Mehr Informationen:
www.evolution.uni-bonn.de
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